Ein Brief von ARD und ZDF

Er kam vor etwa 10 Tagen. Was, ARD und ZDF kennen mich persönlich? Da sage noch einer, die “Dinos” machen ein Programm am Zuschauer vorbei, wenn die sogar jeden Zuschauer persönlich kennen!

Aber natürlich ging es um ein wichtiges Thema für die Öffentlich-Rechtlichen. Der neue Rundfunkbeitrag ab 2013. Oder: Wie sich der ÖR-Rundfunk auch weiterhin das Geldsäckel füllen darf.

Natürlich darf man das nicht so sagen. Stattdessen lautet das Schlagwort “Haushaltsabgabe”. Egal welche Geräte, ein Beitrag für jede Wohnung. Ermäßigungen gibt es auch in Zukunft, immerhin.

Damit folgte Seite 2 des netten Informationsschreibens. Oben rechts mein Lieblingslogo: GEZ. Das Inkasso-Team Moskau für Arme. Oder die wohl überflüssigste Behörde dieser Republik. Die gibt es auch im Jahr 2013 und darüber hinaus. Sie stellen sogar noch Personal zusätzlich ein (Anmerkung: Warum, wenn alles einfacher wird?).

17,98 Euro im Monat. 215,76 Euro im Jahr. Für brillante Unterhaltung wie “Rote Rosen, Die Sennerin von St. Kathrein, Gottschalk Live.. und vieles mehr.” Damit wir uns nicht missverstehen, ich stelle keineswegs unser Rundfunksystem komplett zur Disposition.

Aber es war ursprünglich die Rede von Grundversorgung. Grundversorgung! ARD, ZDF, ein 3. Programm. Nicht von ungezählten Fernsehsendern, die tagtäglich aus dem Boden sprießen. Dritten Programmen, die zum dritten Mal alles wiederkäuenholen, Radioprogrammen, von denen noch nie jemand gehört hat, teuren Rundfunkorchestern, prunkvollen Gebäuden und Redakteuren, die auch gerne zweimal densselben Job machen.

Also weiterhin einen starken, aber verschlankten ÖR-Rundfunk. Zur Grundversorgung halt. Unterhaltung, Information und Sport. Für einen angemessenen Rundfunkbeitrag! Nicht weniger, aber auch nicht mehr.

Aber vielleicht muss sich doch jemand nach Karlsruhe trauen.

Biblio-Trend 2012 in Hannover

Der Tag begann mit einem launigen Vortrag von Christian Hasiewicz. “Trends mit hoher Relevanz für Bibliotheken” spannte den Bogen vom digitalen Wettbewerb (“Anbieter und Angebote, die in das Feld der Bibliotheken vordringen, das Geschäftsmodell kopieren oder ein anderes dagegensetzen”) bis hin zu den heute obligatorischen sozialen Netzwerken.

Danach zeichnete Michael König das Bild von “Bibliotheken in der Cloud – Perspektiven Outsourcing, Hosting & Co”. Er stellte die Frage, ob wir bereit für die Cloud sind. Zwangsläufig, da wir mittlerweile eigentlich alle bereits in der Cloud sind. Ob als Kunde beim Freemailer oder bei der Nutzung als Online-Dateiablage.

Den Tag beschloß der Vortrag von Nikolaus Kirchsteiger aus der Stadtbibliothek Graz “Impulse und Praxis-Tipps für innovatives Bibliotheksmanagement aus der Stadtbibliothek Graz”. Hierauf hatte ich mich im besonderen gefreut und ich wurde nicht enttäuscht. Gibt es hier zum Download. Einiges werde ich selbst umsetzen und bei anderen schaue ich neidisch gen Süden.

Wem das hier zuwenig Text war, keine Sorge. Nach jeder Veranstaltung gibt es ein ausführliches Handout. Für mich war es ein gelungener Tag, auch wenn ich inhaltlich nicht viel Neues gehört habe. Aber der kollegiale Austausch während der Pausen war natürlich auch wieder von Vorteil ;-)