Tschüss BIB!

Ich bin dann mal weg. Mittlerweile zum geflügelten Begriff verkommen, passt es jedoch hier ganz gut. Zu Zeiten meines Eintritt hieß er noch ganz anders. Die jährlichen Kosten waren überschaubar, es gab die Zeitschrift für Mitglieder inklusive (ja, damals auch schon „BuB“). Weshalb eingetreten? Ich bekomme es nicht mehr zusammen. Man traf auf Gleichgesinnte, Bibliotheksbeschäftigte die gerne lesen ;-), traf sich auf Veranstaltungen, ich besuchte meinen ersten Bibliothekartag (so quasi das jährliche Klassentreffen).

Ich ließ mich in den Landesvorstand Niedersachsen/Bremen wählen, wurde Mitglied einer Kommission, ich begann, mir auch Gedanken zum größeren Ganzen zu machen. Bibliotheksentwicklung – wo sollte es eigentlich hingehen? Das Tollste jedoch, ich lernte viele verschiedene und einzigartige Menschen kennen, es entstanden Freundschaften, die mittlerweile seit über 20 Jahre bestehen. Danke dafür!

Trotzdem habe ich mir, in den 22 Jahren Mitgliedschaft, einen kritischen Blick bewahrt. Es tauchten Fragen auf: Warum die Fusion mit einem anderen Berufsverband forcieren, der davon doch scheinbar nichts wissen will? Unnötige finanzielle Ausgaben in Zeiten, in denen gerade kleine Verbände auf jeden Euro schauen müssen? Das Unvermögen, einen hauptamtlichen Geschäftsführer zu finden, um die regulären Arbeitsabläufe wieder sicherzustellen. Vielleicht auch persönliche Animositäten, davon spreche ich mich nicht frei, aber andere eben auch nicht…

Aber vor allem die Frage, ob es gelungen ist, für Bibliotheksbeschäftige und damit auch für Bibliotheken, signifikante Veränderungen zu erreichen? Nein. Auf Pressekonferenzen im Rahmen der Bibliothekstage sind allenfalls Lokalzeitungen zu finden, in beschlossenen Bibliotheksgesetzen wurde der „Status Quo“ der Bibliotheken sogar noch einmal zementiert. Vorstands- und Kommissionsarbeit findet viel zu sehr im Stillen statt…

Um Mißverständnissen vorzubeugen, dieser Artikel ist kein Bashing gegen diejenigen, die sich mit Herzblut und in ihrer Freizeit engagieren. Im Gegenteil. Aber ich stelle für mich persönlich fest, dass unterm Strich mehr hätte stehen müssen. Deshalb heißt es für mich, tschüss BIB!

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