Leserbrief zur Kritik an Regiobus

Der Schuldige ist endlich gefunden – Regiobus!

Regiobus ein Sanierungsfall, zu teuer, zu unflexibel. So hört man es aus der lokalen Presse. Das sagt auch die Regionsverwaltung. Dann muss es ja wohl stimmen.

Also müssen doch irgendwelche “Personen” schuld sein, oder? Wer kommt da in Frage? Natürlich die Busfahrer. Es gibt einen hohen Krankenstand (warum wohl? – bestimmt nicht allein wegen Corona). Selbstverständlich haben sich die Busfahrer dieses neue, irgendwie lustige Logo ausgedacht (was ein 10jähriger in der Grundschule hätte malen können – wäre vielleicht auch billiger gewesen), natürlich wollen die Busfahrer einen neuen Betriebshof (wenn man in Eldagsen wohnt, will man unbedingt woanders hinfahren ;-)) und natürlich machen die Busfahrer auch die Linienplanung und setzen alles nur noch auf die Prestige-Linie “SprintH”. So dass auf anderen Strecken nur noch Subunternehmer fahren, was der Qualität und Zuverlässigkeit äußerst zuträglich ist.

War da vielleicht noch etwas? Die Geschäftsführung von Regiobus? Nein, die können von all dem nichts gewußt haben. Die haben erst entdeckt und aufgeklärt, so lobe ich mir das.

Spaß beseite. Wie kann es angehen, Beschäftigte niederzumachen und zu behaupten, die Entscheider (!) hätte von all dem keine Ahnung? Sind es nicht auch diese Entscheider, die den S-Bahn-Betrieb an eine Firma übertragen haben, die bereits in ihren bisherigen Linien nicht wirklich konstante Leistungen abliefern, auch ohne Bauarbeiten. Hätte man ganz einfach recherchieren können. Oder kritisieren, Regiobus wäre mit 4 Euro pro Kilometer einfach zu teuer. Ein funktionierender, qualitativ hochwertiger und pünktlicher Busverkehr wäre mir auch 5, 6 oder 7 Euro wert.

Ich bin mit vielen Busfahrern befreundet und habe einen großen Respekt davor, wie diese jeden Tag für viele Menschenleben verantwortlich sind und Schüler, Arbeitnehmer und Rentner sicher an ihr Ziel bringen.

Diesen Respekt lassen einige in ihren Aussagen vermissen. Schade.

„Sprinti“ – oder: Irgendwie kommst du bestimmt ans Ziel

Busse weg, „Sprinti“ da – so der Plan. Eine unendliche Geschichte seit Juni 2021.

Von Anfang an habe ich mich versucht – ja, zu wehren. Eine existierende Busverbindung mal eben über Nacht einzustellen und dafür ein nicht erprobtes System einzuführen, macht natürlich Sinn. Nur welchen? Was spricht dagegen, mit Betroffenen vorher zu diskutieren? Zeigen und erklären, wie es funktioniert. Aber nein, nicht passiert.
Eine Politik, die eben mal so Pilotprojekt abnickt, welches ihr die Regionsverwaltung präsentiert. Schließlich werden da ordentlich Mittel eingesetzt, dann muss es doch funktionieren! Auch hier, ohne an die Betroffenen zu denken. Es wird schließlich alles nur besser!
Mittlerweile steht fest, der „Sprinti“ ist ein Erfolgsmodell. So liest und hört man es von der Region, der Politik und all denjenigen, die wahrscheinlich den „Sprinti“ nur vom Vorbeifahren kennen.
Es wäre alles so schön, wäre da nicht: Die Realität. Schmerzhaft, ehrlich und – irgendwie – ganz anders.
Ich möchte hier gar nicht die Vielzahl an Problem auflisten, sie sind bekannt. Aber wenn man nicht drüber redet, verschwinden sie bestimmt. Irgendwann.
Mein persönliches Fazit: Diskutiert, Mails geschrieben, sogar Briefe, telefoniert, Videos gemacht. Ergebnis: Null (na ja, es gibt immerhin zwei Busfahrten, die zusätzlich wieder regelmäßig stattfinden, immerhin). Ansonsten kannst du nichts erreichen – wenn die Entscheider es nicht wollen.
Also, ich rege mich weiterhin auf, nörgele rum – aber persönliche Zeit und Engagement reinstecken, warum? Es bringt doch nichts – und irgendwie bringt mich der „Sprinti“ dann doch noch nach Hause.