
Die Piraten und ich – ein Zustandsbericht
Warum ich Ende 2009 Pirat geworden bin? Ich wollte verändern. Hört sich jetzt megawichtig an, ist aber so. Zumindest erstmal im kommunalen Bereich. Zunächst habe ich mich zurückgehalten, war nicht besonders aktiv. Hier und da eine Demo besucht, viele Mails geschrieben und getwittert.
So richtig los ging es dann 2011. Kommunalwahlkampf in Niedersachsen. Berufsbedingt konnte ich nicht für Orts- und Stadtrat kandidieren. So also nur für die Regionsversammlung Hannover. Immerhin den Einzug nur um 94 Stimmen verpasst, das drittbeste Ergebnis erzielt. Und das immerhin auf dem platten Land, wo man neuen Parteien nicht gerade aufgeschlossen ist. Dafür war es auch nötig, sich den Arsch Hintern aufzureißen. Nachts Plakate aufzuhängen, mit tatkräftiger Unterstützung einiger Parteifreunde. Wir helfen uns gegenseitig, Piraten-üblich.

Anfang 2012 reifte der Entschluß, einen Springer Stammtisch zu gründen. Nach dem Höflichkeitsbesuch einiger Piraten dümpelte die Besucherquote vor sich hin, tendierte vielmehr gegen Null. Maßnahmen wie Plakate, Pressenotizen oder Mund zu Mund-Propaganda fruchteten nicht. Demzufolge erfolgte die Einstellung Ende April.
War da nicht noch etwas? Direktkandidatur? Stimmt, wenn man schon Veränderungen anstrebt, sollte man dahin, wo man sie auch anregen und umsetzen kann. Also im Landtag, der in Niedersachsen im Januar 2013 gewählt wird. Also habe ich mich einfach mal zur Direktkandidatur bereiterklärt, bis eine Woche vor der Aufstellungsversammlung stand ich auch mutterseelenallein im dafür vorgesehen Pad. Wo ich angetreten wäre? Natürlich im Wahlkreis 35. Aber dann kam alles anders, ein Parteifreund aus Hemmingen zeigte sich ebenfalls zu einer Direktkandidatur bereit. Aber, so ist das halt in einer Demokratie.
Am Nachmittag, die Aufstellungsversammlung musste eben nur noch den Wahlkreis 35 abhandeln, schlug er dann mit einem Teil seiner Familie auf. Die bemerkenswerterweise alle Mitglieder der Piratenpartei waren (die Kinder wohl noch nicht). Da ich ohne weiteren Anhang aus Springe angereist war, kann man sich das folgende Abstimmungsergebniss vorstellen.
Soll ich dazu noch etwas sagen? Parteimitglieder, egal ob nun in irgendweiner Weise mit einem der Kandidaten verwandt oder nicht, wählen ihren Direktkandidaten. Das ist zu akzeptieren. Punkt. Fairerweise sei dazu gesagt, das ich zu diesem Vorgang auch noch eine private Meinung habe, die allerdings bleibt – privat.

Diese “Niederlage”, wenn man sie denn so bezeichnen will, reiht sich nahtlos ein in eine Kette von Niederlagen. Dreimal für den Regionsvorstand kandidiert, dreimal nicht gewählt. (Insiderwitz für Piraten: Man fühlt sich fast wie Christopher Lauer; der ist mittlerweile allerdings Abgeordneter). Woran es liegt? Am Aussehen? Ich hoffe nicht. Eher, davon bin ich seit längerem überzeugt, an meinen politischen Überzeugungen. Ich sehe mich in einem liberal-konservativen Spektrum verordnet, dieses zu akzeptieren (nicht nur bei meiner Person), fällt der Piratenpartei wohl zu (?) schwer.
Was mache in also derzeit bei den Piraten? Einige andere mit Rat und Tat unterstützen, ab und zu eine, wie ich hoffe, konstruktive Mail schreiben und mich in meinem Interessensgebiet Urheberrecht als Themenpirat einzubringen.
Was hätte ich gern bei den Piraten gemacht? Regionsvorstand? Habe immer kandidiert, um auch gewählt zu werden, also hätte ich mich auch eingebracht. Als Direktkandidat? Realistisch betrachtet: Ich hätte den Wahlkreis nicht gewonnen, es wäre aber ein spannender Wahlkampf geworden. Vor allem hatte ich damit eines bezweckt, die “piratige” Nachfrage in Springe etwas anzukurbeln, um damit letztlich auf einen Stadtverband Kurs zu nehmen.
Wie geht es nun weiter? Mein persönlicher Stichtag wird der 1. August sein. Bis dahin gebe ich mir Zeit, mit den Piraten wieder ins Reine zu kommen, zumindest mehr als heute. Ansonsten gibt es nur eine logische Konsequenz. Auch deshalb, um mir eine Option Richtung Hannover offenzuhalten.
Also Piratenpartei, was wird aus uns?
Zeige mir dein Verhalten und ich sage dir, du bist…Pirat!
Man könnte verzweifeln. Mailinglisten, deren Nutzen ich nie in Frage gestellt habe. Sie dienen im allgemeinen dem informativen Meinungsaustausch. Nicht so bei den Piraten.
Damit wir uns nicht missverstehen, ich habe keineswegs den Überblick über sämtliche Mailingslisten und sonstigen Kommunikationsformen innerhalb der Piratenpartei. Zumindest bei den ML, die ich täglich verfolgen muss, ist allerdings das Informative längst in den Hintergrund getreten. Da wird beleidigt, angefeindet und diskriminiert.
Aber auch telefonisch, via Twitter (und selbst real) ist anscheinend “draufhauen” die Devise. Ach, es werden auch fleißig blödsinnige Mails geschrieben. Seit Dienstag gehöre ich auch zum erlauchten Kreis der Empfänger. Da rät mir eine Pirat (bewirbt sich auch um einen Listenplatz zur Landtagswahl) doch einfach auszutreten. Schließlich seien die Piraten eine “linke” Partei, in der es doch keiner Konservativen bedürfe. Na, danke.
Sicherlich vertrete ich auch konservative Positionen, deren Aufzählung ich mir hier ersparen möchte. Das sind, ich betone: “Positionen”. Von denen ich überzeugt bin, die ich vertrete. So, wie in einer Demokratie erlaubt, ja gefordert. Positionen, das ist das, wo bei einigen Piraten eine gewisse “Flexibilität” vorhanden zu sein scheint. Zumindest, wenn es dem eigenen Fortkommen dient.
Da die Piratenpartei nie eine “Volkspartei” sein wird, meiner Meinung nach das Beste, was ihr passieren kann, müsste gerade an verschiedenen politischen Strömungen (innerhalb der Partei) ein Interesse bestehen. Dem scheint nicht so zu sein.
Ich wollte eigentlich den Landesparteitag in Nienburg besuchen. Wahl der Listenkandidaten, das dürfte interessant werden. Nach den erhaltenen Mails (dankenswerterweise auch positiven), verzichte ich auf die Teilnahme in Nienburg. Auch wenn ich ab und zu mal Privatsender sehe und ein Boulevardblatt durchblättere, habe ich mir ein gewisses Niveau bewahrt. Das fehlt mir innerhalb der Piratenpartei derzeit.
Ich wünsche den Kandidaten viel Glück, die ich gewählt hätte und bei denen ich sicher bin, sie bringen die Ziele unserer Partei voran. Als Bemerkung zu den (vielen) anderen möchte ich nur noch auf meinen Tweet von Donnerstag verweisen.
Es macht mir noch Spaß, Pirat zu sein. Aber im Moment leider jeden Tag weniger. Schade.
Meine ersten fünf Tage mit dem HTC One S
Gleich vorab: Ich verzichte hier auf Testfotos, Videos und Benchmarkergebnisse. Wer sich entsprechendes anschauen möchte, am Ende dieses Beitrags verlinke ich auf passende Blogs.

Nach einem Jahr mit meinem HTC Desire HD war mal wieder ein neues Smartphone fällig. Nach zwei Geräten von HTC in Folge wollte ich der Marke treu bleiben, auch wenn mir hinsichtlich der Verarbeitung immer wieder kleinere Macken aufstießen.
Nachdem HTC die One-Serie vorstellte, fiel mir die Entscheidung relativ leicht. Beim Spitzenmodell One X war mir der Bildschirm mit 4,7-Zoll zu groß, beim One V mit 3,7-Zoll zu klein. Zumal bei beiden Geräten ein S-LCD verbaut ist, beim One S dagegen ein Super-AMOLED.
Aber von Anfang an. Gleich nach dem Auspacken fiel mir die exzellente Verarbeitung auf. Vernünftige Spaltmaße, kein Knacken oder Quietschen. Sämtliche Löcher für Hörer usw. sind in das Material gebohrt. In meiner schwarzen Version ist das Gehäuse (ein sog. “Unibody”) im Plasmakeramikverfahren beschichtet, so lässt sich ein mit dem Fingernagel aufgebrachter Kratzer einfach wieder wegwischen. Dazu passt auch, das man nun Gorilla-Glas aus dem Hause Corning verwendet. Einfach mal mit einem Fingerknöchel draufklopfen, da “hört” man quasi die Qualität. Das 120 Gramm-Gerät liegt nahezu perfekt in der Hand.
Nach dem Einschalten war ich schon etwas enttäuscht. Nicht über das brillante AMOLED-Display, das für mich ein wichtiger Kaufgrund war und sämtliche Inhalte knackscharf darstellt (sich darauf unbedingt Fotos anschauen, spitze!), sondern über die Oberfläche. Vom Android 4-Holodesign keine Spur, stattdessen erblickt man die, durchaus gelungene, HTC-eigene Oberfläche names Sense, mittlerweile ebenfalls in Version 4. Hier überlege ich dann doch, zukünftig den von mir favorisierten GO Launcher einzusetzen.
Dem verbauten Dual-Core-Prozessor entsprechend, gibt es keinerlei Verzögerungen bei Menüs, Bild- und Videobetrachtungen. Mehr an Prozessorleistung benötigt allenfalls der Power-Gamer. 1 GByte Arbeitsspeicher tun ihr übriges. Apps und persönliche Daten finden Platz im eingebauten Flashspeicher von 16 GByte. Erweiterbarkeit? Ein Speicherkartenslot ist nicht vorhanden, Aufrüsten fällt daher flach. Für mich kein Manko, so habe ich bislang zusätzlichen Speicher nie benötigt (zum Musikhören nutze ich übrigens immer noch meinen MP3-Player). Aber HTC zeigt sich spendabel, und gibt 25 GByte Cloud-Speicher dazu, nämlich beim Anbieter Dropbox (eigentlich nur 23 GByte, weil 2 GByte gibt es für jeden umsonst). Zur Nutzung ist natürlich eine Datenflat Pflicht! Aber wozu holt man sich sonst ein Smartphone ;-)
Ein Highlight zweifelos ist die Kamera, 8 Megapixel (frontseitig gibt es noch eine VGA-Cam für z.B. Videotelefonie), optimiert auf hohe Lichtempfindlichkeit und nach 0,7 Sekunden einsatzbereit. Für mich das Beste, was mir bislang bei Smartphones untergekommen ist. Ersetzt vielleicht sogar meine Digiknipse. Im übrigen können auch HD-Videos bis zum 1080p-Format aufgezeichnet werden.
Ansonsten? Die Gesprächsqualität ist einwandfrei, Umgebungsgeräusche werden ausgefiltert. Meine gefühlte Akkulaufzeit: 2 Tage. Das bei der Nutzung von reichlich WLAN, noch mehr 3G und, na gut, zugegeben – beim Herumspielen. Das der Akku fest verbaut ist, ist für mich kein Thema. Auch wie das Fehlen eines NFC-Chips, (braucht man noch nicht wirklich) ist zu verschmerzen.
Bevor ich es vergesse. Das einzige war mich gestört hat, HTC setzt hier auf die Micro-SIM. Eine “normale” SIM-Karte passt nicht ins Gerät! Habe mir auch erst Gedanken gemacht, mich dann an dieser Anleitung orientiert. Mit etwas Mut und einer gewissen Feinmotorik erhält man – voilá – eine Micro-SIM-Karte!
Die technischen Daten:
- Android 4.0 Ice Cream Sandwich mit (HTCs Oberfläche) Sense UI 4.0
- 1,5 GHz Qualcomm S4 Dual-Core-Prozessor
- 1 GB RAM
- Quad Band GPRS, EDGE, HSDPA 21 Mbps und HSUPA 5.76 Mbps
- 4,3 Zoll Super AMOLED-Screen, 960 × 540 Pixel
- 16 GB interner Speicher
- 25 (korrekterweise 23) GB Dropbox-Speicher für 2 Jahre kostenlos
- Rückseite: 8 Megapixel Kamera mit LED-Blitz, BSI-Sensor (zur Fotografie unter schlechtem Licht), HD-Videoaufnahmen. VGA-Frontkamera
- WLAN, Bluetooth 3.0
- microUSB mit MHL-HDMI
- Abmessungen:: 65 x 131 x 8mm, Gewicht: 130g
- 1650mAh Akku
- DLNA, Gyroskop, G-Sensor, digitaler Kompass, Annäherungssensor, Lichtsensor
Noch Fragen? Nur zu.
Empfehlenswerte Links:
Lasst sie doch “C-Netz”en!
Nun haben CDU/CSU also ihr eigenes Internet ihren eigenen Lobby-Club. CNetz heisst das Projekt, in dem telefaxbegeisterte Parlamentarier netzpolitisch affin gemacht werden sollen. Warum regen sich alle drüber auf? Die SPD ist mit D64 netzpolitisch unterwegs (die Seite sieht übrigens auch cooler aus), die Grünen sind irgendwie mit der Digitalen Gesellschaft verbandelt (auch wenn Markus Beckedahl das gerne abstreitet). Bei den Linken kommuniziert “Irgendwie”-Parteichef Oskar Lafontaine via Talkshow mit der Basis. Bei uns Piraten nennt sich das schlicht Gruppe42. Bei der FDP? Achso, lohnt sich ja nicht mehr.
Wer sich beim Namen cnetz an das gleichnamige, analoge Mobilfunknetz erinnert, mag sich bei einigen Thesen durchaus in die entsprechende Zeit zurückversetzt fühlen. Aber naja, fast alle Menschen sind ja lernfähig. Aber bei den Christdemokraten und -sozialen (daher das C!), sind mal eben nicht Bretter, sondern ganze Bäume zu bohren. ACTA, VDS, Netzsperren, Urheberrecht usw. Am Besten vielleicht mal mit den Basics anfangen. E-Mail, WWW und das ganze Zeugs.
Wir sind gespannt. Ihr müsst liefern. Seid euch dessen bewußt.

