Über mich

1975

  • Der Vietnamkrieg endet
  • In Spanien stirbt Diktator Francisco Franco
  • Ein RAF-Kommando überfällt die deutsche Botschaft in Stockholm
  • Das Unternehmen Microsoft wird von Bill Gates und Paul Allen gegründet
  • Gründung der Metal-Band  Iron Maiden
  • Muhammad Ali gewinnt seinen Boxkampf und Weltmeistertitel im Schwergewicht gegen Joe Frazier im Araneta Coliseum, Quezon City, Philippinen, durch technischen KO
  • Waldbrände vernichten in der Lüneburger Heide sowie im Wendland über 8000 Hektar an Wald-, Moor- und Heideland. Die bis dahin größte Brandkatastrophe in der Bundesrepublik Deutschland fordert sieben Menschenleben
In Springe bei Hannover wird ein kleiner Jungen geboren, der von seiner Eltern Tibor genannt wird. Der für deutsche Verhältnisse ungewöhnliche Name geht auf einen Vorschlag meiner Oma väterlicherseits zurück, die damals wohl ein Faible für ungarische Vornamen entwickelt hatte (so zumindest erzählt es die Familiengeschichte).
So wuchs ich in einem beschaulichen Dorf am Rande des Deister heran, die Welt war hier noch in Ordnung. Ob Spielkameraden, die Natur und Tiere, alles was man aus einem idyllischen Dorfleben eben kennt. Leider kam auch irgendwann der Ernst des Lebens auf mich zu, der Kindergarten blieb mir versagt, bei uns kam man in die Vorschule (also um sich auf den Ernst schon einmal vorbereiten zu müssen dürfen).
Vier Jahre Grundschule, die mich geprägt haben. Auch wir hatten Spaß mit unseren Lehrkräften, aber die Grenze wurde nicht überschritten. Ansonsten kam das Schlüsselbund geflogen oder man durfte seinem Klassenlehrer noch etwas länger Gesellschaft leisten (was uns in beiden Fällen aber nicht geschadet hat; heute würden natürlich Erziehungsberechtigte ihren Anwalt einschalten).
Zwei Jahre Orientierungsstufe folgten. Wir sollten uns orientieren, im wahrsten Sinne des Wortes. Aber vielmehr sollten die Pädagogen wohl herausbekommen, wo jeder von uns auf der schulischen Karriereleiter würde abbiegen müssen. Um es kurz zu machen, die Realschule war nicht mein Ding. Vielleicht haben Lehrer manchmal doch recht… Also die Hauptschule eingeschoben und dann die Mittlere Reife nachgeholt. Ging doch auch und mit den Kumpels aus der Grundschule konnte ich auch weiterhin meine Schulzeit verbringen.
Geht das noch weiter mit der Schule? Ganz ehrlich, ich wollte endlich was machen. Also richtig, keine Schule mehr. Aber was für eine Ausbildung? Ich wollte nie Astronaut, Meeresbiologe oder Superheld werden. Also ging es zum Berufsberater beim Arbeitsamt (damals hieß das noch so). „Was machst du gerne?“ „Ähm… lesen.“ Also, warte mal, da hatte ich doch… Ah, ja. Hier. „Assistent an Bibliotheken“. Also, Bibliotheken kannte ich. Unsere kleine Dorfbücherei, damals auch von unserem Grundschulrektor geleitet, hatte ich über die Jahre komplett ausgelesen. „Bewirb dich einfach mal“ bekam ich mit auf den Weg.
Das tat ich. In Springe und in Hannover, bei allen Bibliotheken, deren Adresse ich herausfinden konnte (das konnte man damals noch nicht googlen). Aber, weil auch Glück dazu gehört, ich wurde in Springe für den Ausbildungsplatz angenommen. So richtig mit Vertrag und so, ich war schon stolz. Auch würde ich Geld verdienen, klaro, dafür tat man auch etwas. Die 5 Mark von Oma und Opa früher, die hat das Finanzamt auch nicht interessiert, jetzt war das alles anders. Ich begann also im Alter von 16 Jahren meine Ausbildung und konnte damals nicht ahnen, dass ich meinen Traumberuf gefunden hatte.